Lasset die Spiele beginnen

Kleiner Rückblick über große Leistungen

„Lasset die Spiele beginnen!“ So hätte das Motto des Musikfachbereichs unserer Schule in den letzten Tagen vor den Sommerferien lauten können. Denn in den Konzerten und Musikprojekten, die unsere Musiklehrer organisierten, haben über 600 Schüler gesungen, gezupft, geklatscht, getrommelt, gescratcht, gerappt und vor allem sich getraut.

Beim traditionellen Schulkonzert in der Filial-Turnhalle präsentierten sich in fünf Stunden (!) zahlreiche Sänger, Gitarristen, Pianisten, Tänzer, (Quer)Flötisten, Geiger, kleine Combos, Chöre und ganze Kurse. Auch wenn der ganz „spezielle Konzerthauscharme“ des Veranstaltungsortes einige Besucher eher an Diskothekenatmosphäre denken und danach handeln ließ, ließen sich aber selbst die jüngsten Musiker nicht davon beirren. Souverän und mit viel Geschick präsentierten Schüler ab der fünften Klasse ihr Können und so fanden neben Werken von Bach, Beethoven und Howard Shore auch Interpretationen von Silbermond, Wonderwall und Pink ihren Platz im Programm. Sich zu trauen, allein oder zu zweit/dritt auf der großen Bühne zu stehen und sich der riesigen Zuschauermenge zu präsentieren, das verlangt jede Menge Mut und wurde jedesmal mit großem Applaus und Beifallrufen honoriert.

Anders als üblich fanden in diesem Jahr aber auch Klassenexperimente, -kompositionen und -arrangements ihren Weg auf die Bühne. Die Klasse 9e1 von Herrn Rösler eröffnete mit einem Samba-Trommel-Projekt, die 6a und 6b überzeugten mit ihrem Klassenrap über Coolios „Gangsta’s Paradise“ und die 7a überraschte als Dudelsackklasse mit noch nie gesehenen Instrumenten. Besonders in Erinnerung werden uns aber wohl die „Moskauer Nächte“ der elften und zwölften Klassen (unter der Leitung von Herrn Peuthert) bleiben, die als Hommage an den Ehrengast des Abends gedacht waren. Dieser wurde schon vor Beginn des Konzerts von einem plötzlich jubelnden Saal begrüßt und alle die ihn erkannten, stiegen mit ein. Nach 42 Jahren harter aber früchtetragender Arbeit wurde Herr Evermann mit diesem Lied in den wohl verdienten Ruhestand verabschiedet – begleitet von erneuten stehenden Ovationen von Schülern, Lehrern und Eltern. Er blieb bis zum Ende des Abends – was nicht alle schafften – und konnte so mit den verbleibenden Zuschauern die verschiedenen Chorformationen von Frau Aßmus bewundern, die mittlerweile zur Konzerttradition dazugehörende „Bateria Brincadeira“ bejubeln und mit dem fast professionellen HighSchoolMusical-Abschluss des 13er Jahrgangs in die Ferien starten.

Nebenbei hat sich unsere Schul-Samba-Band „Bateria Brincadeira“, in der sich Schüler, Lehrer, Ehemalige und Freunde gleichermaßen engagieren, am 12. Juli erfolgreich bei „Rakatak“ präsentiert, einem Trommelfest in Pankow, das in der Szene und bei Freunden heiterer Musik sehr beliebt und bekannt ist. Auf einer großen Bühne vor unzählig vielen Zuschauern konnten sie zeigen, aus welchem Holz sie geschnitzt sind, und unterhielten das jubelnde Publikum erstklassig. Nach einer halben Stunde voll cooler Grooves, fetzigen Choreos und purer Spielfreude verließen sie die Bühne unter Zugabewünschen und Jubelrufen.

Doch das war noch längst nicht alles, was unser Musikfachbereich auf die Beine gestellt hat. In der letzten zusammenhängenden Schulwoche vor den Ferien fanden die Musikalischen Werkstätten der Bezirke Hohenschönhausen-Lichtenberg und Treptow-Köpenick statt. In 22 Workshops konnten sich rund 400 Schüler von der vierten bis zur zwölften Klasse an völlig unbekannten Instrumenten und in Ensembles und Orchestern ausprobieren. Von Herrn Peuthert organisiert, wurden an der Schostakowitsch Musikschule Lichtenberg Kennenlern- und Ausprobiertage an populären Instrumenten wie E-Gitarre, E-Bass, Schlagzeug, Keyboard und Saxophon angeboten. In der Landesmusikakademie Berlin im FEZ Wuhlheide konnten Schüler über die Musikfabrik 2.0 erste Erfahrungen als DJ, Rapper, Beatboxer und Breakdancer machen, außerdem gab es die Möglichkeit in einem Latin-Percussion-Kurs Musik fremder Länder zu erfahren. In weiteren Kursen konnten Schüler die MIDI-Arbeit kennenlernen und dabei selbst Musik am Computer komponieren und ein Gesangsensemble erfuhr im Tonstudio, was eine CD-Produktion wirklich bedeutet. Zwei Bands („Strawberries“ und „FlowEffect“) wurden gegründet, die eigene Songs schrieben, mehrere Chöre wurden gebildet, es gab das music&crime-Projekt, das Projekt 5 Tage-5 Töne, bei dem ein ganzes Blasorchester aus Schülern gegründet wurde, die zuvor noch nie ein Instrument gespielt haben, und es gab für die Jüngsten die Möglichkeit, ein Orchester, Chor oder Perkussion für Grundschüler zu besuchen. Ganz nach dem Werkstattprinzip konnten sich die Schüler vier Tage lang ohne Hemmungen ausprobieren und mit anderen austauschen. Abschließend wurden dann am fünften Tag die Ergebnisse der Werkstätten im großen Theatersaal des FEZ vor den anderen Workshopteilnehmern, Freunden und Verwandten präsentiert. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Neben den vielen Akteuren auf der Bühne, die die Anerkennung für ihre Arbeit vom Publikum unmittelbar sofort erhalten, wirbeln im Hintergrund viele Helfer, die meist unerkannt bleiben, die aber für die Organisation im Vorfeld und den Ablauf der Veranstaltung von immenser Bedeutung sind und ohne die bisweilen gar nichts laufen würde. Koordinatoren, Instrumententransporteure, Licht- und Tontechniker, Kartenverkäufer und –abreißer, Bühnenspringer, Einrichter und Aufräumer – auch ihnen sollte Dank entgegengebracht werden, denn nur durch ihre Arbeit und Mithilfe, vor allem in ihrer Freizeit, konnten die vergangenen Konzerte als Erfolge verbucht werden.

Namentlich sind hier zu allererst unsere Musiklehrer zu erwähnen, die viele Arbeiten gleichzeitig erledigt haben. Herr Peuthert organisierte die jährlichen Musikalischen Werkstätten und Herr Rösler das traditionelle Schulkonzert. Auch die neue Kollegin Frau Asmuß bewährte sich mit ihren diversen Chorformationen und leistete tolle Arbeit. Alle drei waren aber auch noch fleißig am Planen, Koordinieren und Transportieren. Daneben gab es im vergangenen Jahr aber auch immer wieder Schüler, Lehrer und Eltern, die (für diverse Schulveranstaltungen oder die Bateria) als Instrumententransporteure auf den Straßen Berlins unterwegs waren. Hier sind vor allem Tom Lüdtke, Herr Peuthert, Fam. Galonska und Frau Grzesik zu nennen. Als Bühnentechniker beim Schulkonzert sorgte v.a. Frieder Assmann für guten Ton.
Leider sind mir nicht alle Namen der vielen Helfer bekannt, aber ich hoffe, ihr fühlt euch trotzdem bedankt.

Nun, die „Spiele“ sind vorbei und es darf gratuliert werden. Zwei Konzerte zum Schuljahresende, die vielleicht in ihrer Länge etwas überraschten, aber doch durch hohe Qualität überzeugten, jede Menge AGs und engagierte Musiklehrer, die stets bemüht sind, den Schülern einen Zugang zur Musik zu zeigen. Wir dürfen uns auf das kommende Jahr freuen und gespannt sein, was unsere Musiklehrer im Unterricht Tolles entwickeln, was für neue, verborgene Talente entdeckt werden, welche Freunde sich zu Ensembles zusammenfinden und feststellen, dass sie zusammen wunderbare Musik machen können. Denn das ist es ja letztendlich, was uns dazu bewegt, gemeinsam zu musizieren: Mit guten Menschen Musik erleben und verstehen, Freude beim Spielen entwickeln und auf verschiedenen Ebenen wunderbare, erinnerungswürdige Momente erfahren. Denn wenn man Musik teilt, hat man mehr davon.
Ja wir dürfen gespannt darauf sein, was es Neues geben wird.