Milieu im Gestern und Heute

Ein Grafikprojekt zweier Gymnasien zu Heinrich Zille

Wer kennt heute noch Heinrich Zille? Ich meine so wirklich. Eben mehr als die Berliner Typen vom Hinterhof oder von der Badestelle, die Zille geprägt und verewigt hat. Wer hat schon mal ein paar Arbeiten mehr gesehen, zum Beispiel im Berliner Zille-Museum? Das lohnt sich auf jeden Fall.

Für die Schüler des Herder- und Kant-Gymnasiums war die Begegnung mit seinem grafischen und fotografischen Werk vor dem Original schon spannend. Welche Techniken, welche Motive, welche Arbeitsetappen waren ablesbar? Und wie war denn das Berliner Milieu um die Jahrhundertwende, also um 1900? Und was heisst das überhaupt Milieu einer Stadt?

Wann und wo und wodurch entsteht denn so etwas wie Atmosphäre in einer Stadt heute, eine Atmosphäre, die den einzelnen, das zu Hause oder auch Zurückgezogene, eher Leise anstatt Laute meint und wenig mit Mainstream zu tun hat?

Antworten darauf gaben die Schüler der 12. Klasse in einem Druckgrafikprojekt im November 2008, das der Berliner Künstler Stefan Friedemann über mehrere Wochen leitete. Und das mit Erfolg. Unsere Ausstellung zum 150. Geburtstag Heinrich Zilles im Lichtenberger Rathaus im Januar 2009 zeugte davon. Die Schüler arbeiteten in genau jenen Techniken, die auch Zille meisterlich beherrschte: Radierung, Aquatinta, Reservage.

Zum Glück haben wir als Schule auch ein paar Originaldrucke behalten können, nachdem jeder seinen Vorzugsdruck für sich ausgewählt hatte. Sicher werden wir die Grafiken im Schulhaus einmal wieder ausstellen.

 

 

C.Buschko